Kirche baut für Bienen und Vögel

AMRISWIL ⋅ Biodiverisität ist das Stichwort, das die Umgebungsarbeiten bei St. Stefan prägt. Das Projekt steht im Zusammenhang mit dem Label «Grüner Güggel».

Rita Kohn (Bild und Bericht)

 

Vor der katholischen Kirche tun sich derzeit Gräben auf. «Wir ­gestalten die Umgebung neu und bereiten gleichzeitig den Anschluss zur Fernwärme vor», erklärt Urs Hungerbühler, in der Kirchenvorsteherschaft für das Ressort Bauwesen zuständig. Die Umgestaltung der Umgebung ist ein lange gehegter Wunsch der Kirchenvorsteherschaft. Dank eines unerwarteten Steuereingangs sind nun die Mittel dafür vorhanden. Weil mit der Umgestaltung auch gleich ein weiterer Schritt im Projekt «Grüner Güggel» gemacht werden kann, passen die Umgebungsarbeiten sehr gut ins aktuelle Konzept.

Da, wo noch vor Kurzem in die Jahre gekommene, mächtige Bäume standen, soll nun ein gefälliger Park entstehen, der eine breite Nutzung zulässt, zugleich aber dem Wunsch nach Biodiversität Rechnung trägt. Es habe sich abgezeichnet, dass die Bäume gefällt werden müssten, sagt Urs Hungerbühler. Zum einen zeige ihr Stamm bereits sichtbare Ermüdungserscheinungen auf und die Frage der Sicherheit habe immer deutlicher im Raum gestanden. Zum anderen verdunkelten sie die Westseite der Kirche so stark, dass die Räume in der Unterkirche immer im Dunkeln lagen.

Die Natur bekommt viel mehr Platz

Dass die Bäume fallen mussten und die grosse Wiese auf der Westseite der Kirche umgestaltet wird, ist keine Kampfansage an die Natur. Im Gegenteil. Urs Hungerbühler breitet den Plan aus, der aufzeigt, was aus der bisherigen Wiese werden soll. Dabei steht die Biodiversität im Mittelpunkt. Da, wo die Bäume gefällt wurden, werden neue gesetzt. Zudem sind eine Wildblumenwiese, ein Feuchtbiotop, Steinhaufen für Insekten und Reptilien, Komposthaufen für Ringelnattern, Holzbeigen als Versteck für Kleintiere, sowie verschiedene Nistkästen und Nisthilfen für verschiedene Vogelarten geplant. Laub und Asthaufen, unordentliche Ecken für Kröten, Wildbienenhotels oder ein offener, sandiger und lehmiger Boden für Wildbienen runden die Gestaltung des Parks ab.

Das alles wird neben der Grasfläche Platz haben, die den Kindern und Jugendlichen weiterhin als Spielwiese zur Verfügung stehen wird. Kleine Wege laden dazu ein, den kleinen, naturnahen Park als Erholungsraum zu nutzen. «Wir können damit erreichen, dass es ein sinnvolles Miteinander von Menschen und Tieren gibt», ist Urs Hungerbühler überzeugt.

Arena für Freiluftunterricht und weniger Gefälle

Die Umgestaltung der Umgebung bringt weitere positive Aspekte mit sich. So entsteht vor der Unterkirche eine kleine Stein­arena, die für den Unterricht im Freien oder für kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann. Der bisher für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator etwas unglückliche Zugang zur Kirche wird verlegt. Sie müssen künftig kein grosses Gefälle mehr überwinden, sondern können bequem über einen eigens angelegten Weg südlich um die Kirche herum gehen. «Gerade im Winter war die lange Auffahrt für die Betroffenen eine Herausforderung», weiss Urs Hungerbühler. Die Auffahrt selber wird etwas breiter, so dass Zulieferer bei Veranstaltungen besser zufahren können.

Im Zuge der Umgestaltungsarbeiten werden auch alle Vorbereitungen getroffen, um die Kirche in absehbarer Zeit an das Fernwärme-Netz der Stadt anzuschliessen. Das werde Thema, sobald die Heizung erneuert werden müsste. Alle derzeit laufenden Arbeiten tragen dazu bei, die Bestrebungen der Kirchgemeinde im Rahmen des Projekts «Grüner Güggel» voranzubringen.

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